Geschichte

Überblick – der Verein in Zahlen

Der „Evangelische Verein für Wohnraumhilfe in Frankfurt am Main e.V.“ ist als gemeinnützige Einrichtung ein Baustein im Angebot der Wohnungslosenhilfe des Diakonischen Werkes im Evangelischen Regionalverband in Frankfurt am Main.

Im Rahmen der satzungsmäßigen Aufgabe agiert der Verein wirtschaftlich eigenständig außerhalb der Verbandsstruktur des Regionalverbandes.

Als Dienstleister für die Kommune erbringt der Verein konkrete Hilfen im Wohnungsnotfall durch:
– die Vermittlung von vorübergehenden Unterkünften für die Städte Frankfurt und Offenbach,
– die Verwaltung und Instandhaltung von eigenen und angemieteten Wohnheimen und Wohnungen mit qualitätsorientierten Standards,
– die Organisation von sozialen Hilfen während der Wohnungslosigkeit mit dem Ziel, reguläre dauerhafte Mietverhältnisse für Wohnungslose zu beschaffen.

Kostengünstige Unterkünfte sind eine Sache, die andere die gleichwertige Beachtung der psychosozialen Ursachen und Hilfen bei der Anschlussversorgung mit regulärem Wohnraum. Mit sozialarbeiterischen Hilfen wird bedürftigen Menschen eine Chance zur Integration in ein „Normales“ soziales Umfeld ermöglicht- wird erneute Obdachlosigkeit verhindert.

Der Verein arbeitet in einem Netzwerk und setzt sich aktiv für die Verbesserung der Kommunikation ein. Die wichtigsten Kooperationspartner sind die Jugend- und Sozialämter der Städte Frankfurt und Offenbach am Main, die kommunalen Wohnungsämter, öffentlichen und ehemals öffentlichen Wohnbaugesellschaften, gesundheits- und Ordnungsämter, die einschlägigen öffentlichen Vereine und Gesellschaften des sozialen Sektors sowie die anderen kirchlichen und freien Träger der Wohlfahrtspflege und die sozialen Verbände auf kommunaler und überregionaler Ebene.

Wie alles anfing – Schlaglichter

„Der satzungsmäßige Zweck des Vereins besteht darin, Personen mit existenzbedrohenden Schwierigkeiten, bei denen sämtliche Voraussetzungen des § 53 Ziff. 2 der Abgabenordnung von 1977 vorliegen und Wohnungslosigkeit unmittelbar bevorsteht oder bereits gegeben ist, Wohnraum zu sichern oder zu beschaffen und hierbei ihre soziale Integration zu fördern.“ (Satzung von 1984)

1984-1987
1984 kommt es zur Gründung des Vereins durch das Diakonische Werk in Frankfurt im Evangelischen Regionalverband Frankfurt am Main. Anmietung der ersten Wohnung in Bornheim: 4 Mansarden plus Küche und Bad. Anmietung des Wohnheims Florastraße mit 60 Appartements. Das privat betriebene Wohnhaus hatte sich über Jahre zu einem sozialen Brennpunkt entwickelt. Dem Verein stand eine immense Sanierungsaufgabe bevor. Weitere Anmietung von Wohneinheiten, Bezug es ersten eigenen Büros mit 4 MitarbeiterInnen. Das Haushalsvolumen überschreitet erstmals die 0,5-Millionen Euro-Grenze bei 142 untergebrachten Personen pro Jahr.

1988-1991
Das Wohnheim Florastraße wird zur Übergangsunterkunft, die Belegung und Finanzierung erfolgt über das Sozialamt. Kauf der ersten Eigentumswohnung in der Frankenallee (2-ZW). Zusammenarbeit mit dem Landeswohlfahrtsverband. Das „Betreute Wohnen für junge, wohnungslose Erwachsene“ erweitert den bisherigen Aufgabenbereich um institutionalisierte Sozialarbeit als Bestandteil der Vereinstätigkeit. Die Wohnungsverwaltung wird professionalisiert. Der Evangelische Regionalverband gewährt umfangreiche Darlehen für den Kauf von Wohnungen und Wohnheimen. Wohnraumschaffung über Aus- und Umbauten in eigenen und angemieteten Häusern. Übernahme der Verwaltung und Sanierung des ersten im Bundesgebiet wegen ZWeckentfremdung beschlagnahmten Hauses in der Jordanstraße 34. Das leerstehende Haus mit 50 Appartements wird von der Stadt mit Asylbewerbern belegt. Kauf des Hauses Ginnheimer Landstraße mit vier 3-ZW sowie vier weiteren Eigentumswohnungen. Die Zahl der untergebrachten Personen steigt auf über 500 pro Jahr.

1992-1994
Kauf der „Pension Geneve“ in Eschersheim und Gründung der Frauenpension. Die „Zentrale Vermittlung von Unterkünften – ZVU“ beginnt 1993 ihre Arbeit und übernimmt Aufgaben des Sozialamtes, insbesondere die Vermittlung und Kontrolle der Hotelunterbringungen und die Vermittlung in dauerhafte Mietverhältnisse. Umstellung von kameralistischer auf kaufmännische Buchhaltung. Gründung des Projektes „Erschließung und Verwaltung von Unterkünften – EVU“. Ankauf des Hotels Cortina in der Rotteckstraße, seither Geschäftsstelle des Vereins und Wohnheim für 7 Familien. Anmietung von weiteren Wohnungen u.a. eines Neubaus im Mertonviertel. Zur Eingliederungshilfe werden zusätzliche Sozialarbeiterstellen eingerichtet. 32 MitarbeiterInnen, das Haushaltvolumen überschreitet die 4 Millionen Euro-Grenze. 810 Personen wohnen in vereinseigenene Wohnungen und Wohnheimen, 310 Personen (davon 169 Kinder) könnten dauerhaft mit Wohnraum bei Wohnbaugesellschaften und privaten Eigentümern versorgte werden. Die Finanzkrise der Stadt Frankfurt am Main zwingt die freien Träger und auch den Verein verstärkt zum ökonomischen Handeln: Mit Engagement und Kreativität arbeiten die freien Träger an Vernetzungen, Verbesserungen der Kommunikationstrukturen, Einführungen von Controllingsystemen und Stärkung des Hilfesystems durch Einmischung und einem erweiterten Leistungsangebot.